Über die sieben Phasen eines Mentoring

Über die sieben Phasen eines Mentoring

In dem Moment, wo sich die ersten Gedanken formen, ein Mentoring als Entwicklungsmaßnahme in Erwägung gezogen wird, da hat im Prinzip die Mentoringreise schon begonnen. Ein(e) „Suchende(r)“, der oder die vielleicht damit hadert, ob gerade jetzt ein guter Zeitpunkt dafür wäre. Jemand, der oder die sich gerne engagieren würde, aber nicht so recht weiß, ob Mentor*in sein, das Richtige ist. Dieses Sondieren, Abwägen, Entscheiden beginnt ganz unabhängig davon, ob man wirklich mit einem Mentoring startet. Hier werden die ersten Weichen gestellt – für eine Veränderung die man sich zutraut – ob als Gebende(r) oder Nehmende(r), in einem Miteinander des Lernens und Entwickelns.

BEFORE: Finde Deine Antwort, wofür Du ein Mentoring starten willst und ob du dafür bereit bist. Informiere Dich über den Mentoringprozess und kläre den Rahmen für Dein eigenes Mentoring – ob als Mentee oder Mentor.

Ist die Entscheidung getroffen, beginnt der Einigungsprozess. Die Klärung der Partnerschaft, die Definition des Vorhabens, die Rahmenbedingungen, in denen Mentor und Mentee in den Austausch gehen. Es sind viele Entscheidungen, manche davon, macht man mit sich selber aus – wenn es um die eigenen Erwartungen und Grenzen geht. Andere Entscheidungen gehören zum Miteinander, wofür man jetzt den Grundstein legen will. Dazu gehört auch ein Vereinbaren des Gestaltungsraums, in dem man sich die nächsten Monate bewegen wird.

BEGIN: voller Tatendrang? Jetzt wo es losgeht, lege die Grundlagen für ein wirkungsvolles Mentoring

Eine Beziehung, die auf Vertrauen basiert, die in einem geschützten Rahmen wächst, benötigt Ehrlichkeit, offenes Feedback, die Bereitschaft zum Teilen, zum Lernen. Sie wächst durch Zuhören, Beobachten, Hinterfragen. Sie wird gestört, wenn das Arbeiten am Selbst (Mentee) oder das Geben (Mentor) nachlässt, oberflächlich wird. Wer aus der Komfortzone herauswachsen will, der wird investieren müssen – als aktiver Treiber der eigenen Entwicklung. Der Mentor wird zum Wissensbroker, Sparring Partner, Karriereberater oder Sponsor und orchestriert den Ermöglichungsraum durch gezielte Interventionen und Lernangebote.

Build: Der Anfang ist gemacht, jetzt geht es mit den Aktivitäten im Mentoring los. Doch von wo aus startet man und was gibt einem Klarheit über die Schritte, die man gehen oder anstoßen will?

Ein Mentoring sollte ca. ein Jahr bestehen bleiben. Wer nur kurzfristig und schnell einen Erfolg sucht, wird sich anderen Formaten zuwenden. Eine lange Zeit, die idealerweise Monat für Monat in den Begegnungen von Mentor und Mentee einen kontinuierlichen Entwicklungsfortschritt aufzeigen wird. Mit zunehmender Dauer, gewinnt der Mentor Einblicke in das Innenleben der aktuellen Rolle, der Ambitionen, den Stärken – wird Angebote des Hineinschauens bieten, Motivieren, Kritisieren – und so das Spektrum der Möglichkeiten ausloten, um stärkenorientiert Entwicklung zu fördern. Viel Reflektionsarbeit lässt dabei hoffentlich den Eindruck der Mentoringreise intensivieren.

Brighten: Die eigenen Stärken erkennen, würdigen und zum Leuchten bringen: neue Handlungsoptionen suchen und umsetzen.

In der zweiten Hälfte des Mentorings bietet sich häufig mehr Zeit und Raum, um kreative Lern- und Austauschoptionen auszuprobieren. Warum nicht ein Shadowing ermöglichen, Netzwerkverbindungen herstellen, Angebote schaffen, in denen sich der Mentee beweisen kann. Warum nicht aktiv Bühnenarbeit leisten – durch Rollenspiele, Strategieplanungen oder kleine gemeinsame Projekte.

Broaden: Neuen Schwung entwickeln, weiter in Aktion treten, um Neues zu verankern oder den gewohnten Aktionsraum zu erweitern.

Das Ziel erreicht, einen Sprung nach Vorne gemacht, viel dazu gelernt, Neuland entdeckt? Und nun? Wer als Mentee die Tür offen hält, wird es schaffen, dass sich nach dem Mentoring weiterhin ein guter wertschätzender Austausch ergibt. Das formale Abschließen ist wichtig – das „Entlassen“ des Mentors, ein „aus der Rolle schlüpfen“, damit danach eine andere Verbindung – auf Augenhöhe – entstehen kann.

Bridge: Noch ist das Mentoring nicht abgeschlossen, doch die ersten Weichen werden gestellt und der Abschluss vorbereitet.

Wer die Brücke in die Zukunft stabil gebaut hat, der kann nun auf lange Sicht von dieser Mentor/Menteebeziehung profitieren. Ein Mentor, der die eigenen Entwicklung nicht aus den Augen verliert, der Optionen der weiteren Karriereentwicklung im Blick behält, ein ehemaliger Mentee, der vielleicht selbst zum Mentor wird oder zum Ratgeber und Feedbackgeber für den früheren Mentor.

Beyond: Etwas weiter in die Zukunft gedacht: Was sollte nach dem Mentoring fortgesetzt oder beibehalten werden? Methoden für die Fortsetzung.

Welche Methoden, Übungen, Anregungen bieten sich in den einzelnen Phasen an? Hier gibt es eine Auswahl an 50+ Methoden – als Übersicht, ohne detaillierte Beschreibung.

Wer eigene Methoden kennengelernt hat, die nicht erwähnt sind, bitte gerne mitteilen, damit der guide weiter wachsen kann und wertvolle Anregungen für künftige Mentees und Mentoren bietet. (Mail an info@good-transfer.com).

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